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So

16

Mär

2014

Hengst oder Wallach?

In Sachen Kastraktion der Hengstfohlen schliesse ich mich den Aeusserungen von Wilhelm Uppenborn an (Umgang und Haltung der Ponys). Manche Züchter scheuen sich aus verschiedensten Gründen, die männlichen Fohlen rechtzeitig kastrieren zu lassen, da sie in ihrem Fohlen das Idealbild des zukünftigen Ponys sehen. Es gibt Züchter, die glauben, dass Hengste oder spät kastrierte Wallache kräftiger,klüger und temperamentvoller und daher als Reitponys besser seien. Der wahre Tierfreund und Züchter weiss, dass eine Zucht nur verbessert werden kann, wenn in ihr nur wenige, aber allerbeste Hengste Verwendung finden. Hengste und Wallache, die nicht spätestens als Jährling kastriert wurden, zeigen meistens Hengstmanieren, die sich ungünstig auf ihr Temperament auswirken. Diese Ponys sind schwierig im Umgang und deshalb ungeeignet als Kinderreitpferde.

Helene Zahm

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Donnerstag, 23 Juni 2016 19:14)

Kürzlich habe ich im Heft "Welt der Tiere" einen Artikel von Veronika Eder gelesen mit dem Titel "Der Hengst - Sensibler Bodyguard", dessen verkürzten Inhalt ich gerne weitergeben möchte.
Das Leben eines Hengstes in der freien Wildbahn ist alles andere als einfach. Er übernimmt die Rolle des Beschützers und bewacht seine Stuten vor Gefahren. Er hält Ausschau nach möglichen Angreifern und sorgt bei einer Flucht dafür, dass die Herde zusammenbleibt. Die Entscheidungen über die Unternehmungen innerhalt der Herde trifft aber ausschliesslich die Leitstute. Der Hengst ist also mehr Bodyguard als Chef seiner Herde. Innerhalb der Herde lebt immer nur ein ausgewachsener Hengst und der duldet keine Konkurrenz. Die männlichen Fohlen müssen also die Herde verlassen, sobald sie zur Geschlechtsreife herangewachsen sind. Ob eine Stute rossig ist, merkt der Hengst sofort an ihrem Geruch. Er versucht dann vorsichtig, sich ihr zu nähern und ihre Paarungsbereitschaft zu analysieren. Wenn die Stute noch nicht bereit ist, signalisiert sie ihre Abneigung durch Auskeilen mit der Hinterhand. Der erfahrene Hengst respektiert dieses Verhalten und wartet auf den richtigen Zeitpunkt. Ein Leithengst muss immer auf der Hut sein. Er muss seine Herde nicht nur vor drohenden Gefahren beschützen, sondern sich auch in seiner Position jederzeit behaupten können. Dieses Verhalten ist tief verwurzelt und zeigt sich natürlich auch bei domestizierten Hengsten. Ein Hengst ist extrem sensibel und studiert sein Gegenüber regelrecht. Das erfordert von seinem Halter ein absolut konsequentes Verhalten. Wenn sich dieser vor seinem Hengst nicht als Alphatier behaupten kann, wird das Pferd sofort die Führungsrolle übernehmen. Auf keinen Fall darf einem Hengst aber mit Gewalt begegnet werden. Das von Natur aus stolze Tier wird niemals einen Besitzer respektieren, der ihn brachial versucht zu unterdrücken. Nur durch konsequentes und respektvolles Verhalten verdient man sich sein Vertrauen.
Ein Hengst gehört also keinesfalls in die Hände eines unerfahrenen Pferdehalters. Nicht nur wegen des sensiblen Verhaltens , sondern auch wegen der besonderen Bedingungen, welche die Hengsthaltung erfordert. Ein Hengst, der nicht wie in einer freien Wildbahn jederzeit seine "Stuten" um sich hat, reagiert
jeweils auf die Gegenwart von weiblichen Pferden sehr ungehalten. Darum darf ein Hengst weder im Stall noch auf der Weide in unmittelbarer Nähe einer Stute gehalten werden. Schon gar nicht, wenn diese rossig sein sollte. Er würde alles versuchen, um zu ihr zu gelangen. Dabei kann er nicht nur seine ganze Umgebung demolieren, sondern sich auch ernsthaft selbst verletzen (z.B.beim Versuch, aus dem Boxenfenster zu klettern oder den Weidezaun zu durchbrechen). Wenn ein Pferdestall nicht über eine geeignetde Infrastruktur verfügt, ist es ratsam, dort keinen Hengst einzustallen.
Donnerstag,23. Juni 2016 Helene Zahm